Nürnberg – 27.11.2014

Eigentlich wäre erst morgen der letzte Termin der Tour, aber da dem betreffenden Club das Sponsoring der Stadt entzogen wurde, ist unser Auftritt ausgefallen. Wir sind darüber nicht nur betrübt, heißt das doch, dass wir unsere Tour in der Stadt zu Ende bringen, in der wir im letzten Jahr unser aktuelles Live-Programm aufgenommen haben: in Nürnberg.

Wir sind nicht nur von Karlsruhe, sondern vom Touren allgemein – sechzehn Termine an den letzten sieben Wochenenden – vollkommen erledigt. Dazu kommen das viele Fahren und die Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit, unter der Woche die Müdigkeit wegzubekommen. Sören legt sich, weil er so schlecht geschlafen hat, noch mal hin, Maresa und ich fahren ins „Gutmann“ und bauen auf.

Es ist die Kombination von Müdigkeit und Weizenbier, die mich am Ende der ersten Hälfte der Show schwächeln lässt. Einige (vor allem die harten) Jokes ziehen nicht, was mich in jeder anderen Show dazu animieren würde, das Thema zu wechseln: „Okay, reden wir halt über Kacke.“

Auch wenn einige Leute mir in der Pause sagen, wie geil die Show bisher ist, hat Sören Recht damit, dass er (ebenfalls in der Pause) anspricht, dass ich mich zu penetrant in einem Thema verbeiße, anstatt es zu ändern. Ich rede und rede, so dass Sören sogar unser „Hör auf zu labern und spiel den nächsten Song oder wechsle das Thema“-Signalwort sagt, auf dass wir uns vor ein paar Jahren geeinigt haben. Müdigkeit und Weizenbier verhindern, dass ich professionell darauf reagiere. Ich sage, wir seien wie ein altes Ehepaar, und das ist ein ziemlicher Lacher. Kein Lacher aber ist, dass wir uns nach der ersten Hälfte noch mal so richtig schön übel und unnötig zoffen. (Nach dem Konzert sagt Sören: „Wäre wohl keine Tour von uns, wenn das nicht passierte, was?“)

Ohne zu einer Einigung zu kommen, gehen wir wieder zur zweiten Hälfte auf die Bühne und spielen die Art Show, die man von uns kennt: hart, politisch, politisch unkorrekt, aber immer reflektiert und schlagfertig. Klappt was nicht, ändert man sein Vorgehen. Lachen die Leute über sexistische oder rassistische Gags, macht man sie darauf aufmerksam, worüber sie da gerade gelacht haben. Außerdem trinke ich ein Wasser.

Und am Ende können wir auf eine erfolgreiche Tour zurückblicken. Und Erfolg meint hier vor allem, dass wir sehr viel über Comedy gelernt haben auf dieser Tour, über Pointen, über political correctness und Doppelmoral. Unser Programm hat sich wieder ein Mal weiterentwickelt, ist härter und besser geworden  – mit einigen noch zu korrigierenden Schwachpunkten.

Nice aber war es unbestreitbar. Vielen Dank also an unser Booking und alle Clubs, Veranstalter, Ton- und Lichtmenschen, Helfer, Servicekräfte, Küchen (und deren leckeres Catering), an unsere guten Seelen hinterm Lenkrad und hinterm Merch (Anna, Caro, Katrin, Maresa, Flo und Sascha) und last but not least natürlich an unsere nur wundervoll zu nennenden Fans: Fürs Kommen, Kommen (höhö), Lachen, Klatschen, für Zwischen- und Buhrufe, für Dankesworte, für Kritik, für Foto- und Autogrammwünsche. Es ist wundervoll zu sehen, dass euch gefällt, was wir tun. Tausend mal danke dafür. Wir sehen uns 2015! Bis dahin frohe Weihnachten und guten Rutsch. Und immer dran denken: Sapere aude. Du Penner.

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