Bamberg – 22.11.2014

Die Altstadt von Bamberg gehört nicht ohne Grund zum Weltkulturerbe. Verwinkelte Häuser in schmalen Gässchen, mittelalterliche und barocke Schnörkel – und eine Menge Touristen. Sören und ich gehen nach der Ankunft im Hotel erstmal zünftig fränkisch essen: Wildschwein (Sören) und Knödel in Steinpilzsoße (icke), dazu gibt es dunkles Hefe (Sören) und Kellerbier (icke). Wenn sie sonst auch nicht viel können, Essen und Bier, das können sie, die Franken. Okay, der war gemein.

Nach dem Essen legen wir uns noch kurz hin und machen uns dann auf in den „Hegelsaal“. Der befindet sich im Congress, einer pompösen Konzerthalle, in deren großen Saal heute parallel die 12 Tenöre auftreten.

Sören trifft einen von ihnen vor der Show beim Kacken und erzählt diese Anekdote auch gleich zu Beginn auf der Bühne. Wenn euch das anwidert, sage ich, dann denkt mal drüber nach, dass drei Straßen weiter gerade eine Zwangsprostituierte vergewaltigt wird. Stille.

Ähnlich hart geht es durch den wirklich brillanten Abend: Sören erklärt, warum er auf Asche steht. Eigentlich will er einen Nekrophilie-Witz machen, sagt aber „Krematorium“, woraufhin ich ihn frage, wie man denn auf Asche geil werden kann – und schon ist ein Running Gag geboren. Von Zwangsprostitution und Asche kommen wir zu den Hunnen, die mit ihren Schwerten zusätzliche Löcher in die Körper der Frauen stachen, um – kein Scheiß! – da reinzukopulieren. Und dann regen sich die Leute drüber auf, wenn wir von Sperma scherzen, dass uns langsam aus der Kimme läuft? Wer bei „Primark“ einkauft, darf sich nicht darüber beschweren, dass ich den wahrscheinlich härtesten Gag des Tages mache, als es um Pädophilie geht: „Natascha Kampusch ist wie ein guter Wein: der braucht auch 13 Jahre im Keller.“

Auch in Bamberg geht ein Ehepaar nach der Pause, aber ich sehe das eher als Ansporn. Wir sind (mitunter sehr) politisch unkorrekt, konterkarieren das aber stets: ist es nicht schlimmer, dass Menschen diese Dinge tun? Warum empört man sich über den Comedian, der diese Dinge thematisiert – und womöglich damit Erkenntnis (und Veränderung) erzeugt? Eben.

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